Aus meiner Litton-Zeit

Benutzen Sie das Mausrad...

 

 

 

 

Der technische Stand interessierte nicht nur uns, die wir mit dem Trägheits-navigationssystem tatkräftig umzugehen hatten in Verantwortung für Piloten und Material. Und nicht nur Bundeswehrsoldaten aller Ränge und Verantwortungsebenen ließen sich zum Zweck einer intensiven Information im Hause Litef sehen, auch Lehrkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter an Technischen Universitäten, hier z. B. aus München.

 

Herbert Schill rechts, E. Andersen

Das Zusammenwirken von Feinmechanik und Elektronik zum Zweck der Signalintegration [aus den Beschleunigungsmesser-Signalen gewinnt man über Zeit Geschwindigkeitssignale, aus den Geschwindigkeitssignalen werden über Zeit zurückgelegte Streckenanzeigen (Meilen) generiert] beeindruckte jeden, der sich für die Umsetzung mathematischer Formeln in elektronisch analog verifizierte Ergebnisse interessierte.

 

Besuch von der TU München

Wie immer war es zum Verständnis von Systemen als erstes erforderlich, ihr Verhalten im Zusammenhang mit anderen Systemen, auf die sie einwirken oder die auf sie einwirken, zu erfassen – nicht allein rational, auch emotional. Denn in guter Kenntnis des Werdegangs von Idee über Planung und Entwicklung bis hin zur Herstellung und Anwendung ist der Respekt vor den Leistungen und dem anhaltenden Engagement intelligenter beteiligter Menschen mit in die Systemgesamtbetrachtung einbezogen.

 

Ausarbeitungen für Schulungszwecke

In die Details des betreffenden Systems einzutauchen – nunmehr ein rational-analytischer Vorgang – gibt in Anwendung des Top-Down-Prinzips ein gutes Verständnis dafür, dass der Entwickler ein Detail so und nicht anders im Wissen vom Ganzen definiert hat. Er beschreibt die Funktion seiner Arbeit emotionslos, einerlei, mit welcher Begeisterung er das Konzept erschuf (ohne „Begeisterung“ siehe folgenden Satz).

 

...und seine Funktionsweise...

Wer das militärischem Zweck dienende LN3-System auch nur teilweise aus ideologischer Überforderung oder emotionaler Abneigung ablehnte, wurde vor eine andere Aufgabe gesetzt oder musste entlassen werden. Eine weitere Alternative konnte es nicht geben.

 

...ein technisches Verfahren...

Warum zeige ich Ausschnitte wie diese aus dem aus heutiger (Eng-)Sicht technischen „Steinzeitalter?“ Viele Anfragen jüngerer Studierender der Technik, auch eines Doktoranden zum Zweck seiner Dissertation oder von gestandenen Praktikern haben sich für diese respektable Leistung digital- und softwareferner Entwicklungsingenieure interessiert. Hochintegrierte Bausteine der Mikroelektronik zum Wegwerfen im Fehlerfall, am Bildschirm großartige Softwareprogramme zu entwerfen – das lag nun einmal noch in weiter zeitlicher Ferne.

 

...in damals großer Ingenieurskunst

Kostete ein Superpräzisionsdrahtwiderstand um die 10 Dollar, ein Siliziumtransistor nur wenig weniger, so lag es am Entwickler und am Reparateur, sorgsam damit umzugehen, statt später in Software eine Redundanz zu belassen, weil sie einer technischen, zehntausendmal langsamer ablaufenden Funktion nicht schadet (sofern sie gut dokumentiert ist). Eine Hardware aufwandoptimiert mit Software multifunktional einsetzbar zu haben begann ab den 1970ern mit großen wirtschaftlichen Vorteilen.