Aus meiner Philips-Zeit (Beyschlag GmbH)

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In den 1960er Jahren erreichte das Unternehmen einen bedeutenden Marktanteil in der deutschen Unterhaltungselektronik. Dr. Beyschlag hatte die Qualitätsanforderungen an die Widerstände sehr hoch angesetzt. Er hatte die zunehmende Bedeutung und das Wachstum der professionellen Elektronik vorausgesehen. In den 1960er Jahren, seit langem schon dem Philips-Konzern in Eindhoven / Niederlande zugehörig, brachte das Unternehmen Beyschlag einen besonders kleinen Widerstand heraus, den BB, der bald darauf unter den Bezeichnungen ¼ Watt, CR25, 0207 mehr als 80% der Produktion ausmachte. 1981 wurde die „Harmonische Serie“ der Metallschichtwiderstände auf den Markt gebracht. Unter Verwendung einer Hochlastkeramik waren nun Applikationen bis zu 1 Watt Belastung mit nur drei Baugrößen möglich anstelle der bisherigen Vielzahl von Widerstandstypen.

 

Unternehmensgründer Dr. B. Beyschlag

Bernhard Beyschlag (1900-1980), promovierter Physiker, gründete sein Unternehmen im Jahr 1931. Die Herstellung von Gleichrichtern für Messinstrumente, später die Hinführung zum Bauelement „Widerstand“ der Elektrotechnik war die unternehmerische Aufgabe. Der Weltkrieg unterbrach die Produktion.Fabrik Hitzacker/Elbe 1945 
 Nach dem Kriegsende erfolgte ein Neuaufbau der Fabrikation in Hitzacker an der Elbe, 1948 und 1949 verlagerte Dr. Beyschlag die Produktion nach Möwenberg in List auf Sylt. Das leerstehende Gebäude bot sich als eine geeignete Produktionsstätte an. Vielen aus der Lister Bürgerschaft ermöglichte diese Niederlassung, wenige Jahre nach Weltkrieg II, Arbeit und Lohn. Aus Hitzacker hatten kenntnisreiche Mitarbeiter und deren Familien den Umzug in die nördlichste deutsche Gemeinde mitgemacht.

Fabrik Westerland/Sylt 1954

Die Produktion der Widerstände in ihrer vom Unternehmer geforderten und von den zuständigen Mitarbeitern realisierten Qualität nahm rasch zu. 1954 erfolgte aufgrund des wachsenden Umsatzes der Umzug nach Westerland auf Sylt, von wo aus die Deutsche Bundesbahn die angelieferten Produkte zum Festland transportierte, deren umständlicher Transport per LKW oder Inselschmalspurbahn von List zum Güterbahnhof nun weggefallen war. Die Firma wurde zu einer GmbH. Bald übernahm der Philips-Konzern das prosperierende Unternehmen. In Heide, Dithmarschen, entstand ein Zweigwerk. Nach einigen Jahren wurde, wegen ablehnender Genehmigung einer notwendig gewordenen Bauerweiterung im kurbetriebsfernen Nord-Westerland, das ganze Unternehmen nach Heide verlegt. Dort war diese Ansiedlung aus vielen Gründen, beispielsweise neue Steuereinnahme, beispielsweise hunderte neue Arbeitspläze, sehr willkommen. Das verkaufte Großareal auf Sylt war ebenfalls willkommen: Immer rarer werdendes Bauland, von ortsfremden Investoren heiß begehrt. Und schon entstand eine gewinnträchtige Groß-Ansiedlung, wenn auch nicht für Normalverdienende aus der Sylter Einwohnerschaft. Wie sollten von dort aus die Quadratmeterpreise bezahlt werden können.

Fabrik Heide/Holstein 1974

 

Verwaltungsgebäude des Unternehmens

1965 ist in Heide/Holstein das Zweigwerk entstanden,
1974 Verlegung des Hauptwerk von Westerland nach Heide.

 

Achim Krumbiegel, über 40 Jahre bei Philips, davon 26 Jahre in relevanten Funktionen bei Beyschlag in Heide, veröffentlichte 2016 sein Fotobuch BEYSCHLAG, das aus dem Blickwinkel seines Wirkens im Umfeld von Beyschlag-Kollegen und Beyschlag-Kunden die Historie der Firma bis in das Jahr 2000 darlegt. Über den Werdegang des Unternehmens ist ferner eine interessante Darstellung  HIER zu finden.