Aus meiner Philips-Zeit (Beyschlag GmbH)

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6 Monate als ext. Lehrer tätig

Wissen vermitteln ist eine der Voraussetzungen dafür, dass technische Projekte von einer Gruppe geeigneter Fachleute exzellent entwickelt und hergestellt werden. Jedes Mitglied bleibt kontinuierlich auf dem für alle Mitglieder geltenden, jeweils fortschritts- oder änderungsbezogenen neuen Informationsstand.
Während der Anfangsphase kann ein „Querdenker“ bei der Skizzierung und Planung eines Projekts hilfreich sein, sofern er als der spätere Anwender spricht (den man ggf. auch während des Entwicklungsgangs zu besonderen Fragestellungen konsultieren soll) oder wenn er als ein am Entwicklungsgang nicht beteiligter Fachmann kompetente Ansichten und Meinungen äußert. Im Zuge der fortschreitend-praktischen Arbeit sind Konzentration und Motivation der Beteiligten leicht durch die Einmischung (besonders inkompetenter) Außenstehender gestört, nicht selten mit der Gefahr, dass Termine nicht mehr einzuhalten sind und soziales Ärgernis ausgelöst wird. Immer wieder hat sich dieses Phänomen gezeigt, aber es wird von unsensiblen Verfechtern dieser „Spielart“ oft ignoriert, besonders, wenn sie sich – praxis- und projektentwicklungsfern – die betriebs-, technik- und projektentwicklungsferne, zumeist hausfremde Überzeugung des am Unternehmen gut verdienenden Arbeits- oder sonstigen Psychologen zur eigenen (betriebspositiven...?) Überzeugung gemacht haben.

 

Beibringversuchsbeispiel

Zur Weiterbildung von Erwachsenen wurde ich (mit meiner Einwilligung und der des Unternehmens) vom Berufsfortbildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf sieben Monate engagiert, um eine Reihe hausfremder, weiterbildungswilliger und hinreichend beruflich vorgebildeter Herren (Damen waren nicht dabei) in technischen Voraussetzungen und Details moderner elektronischer Steuerungen in Theorie und Praxis zu unterrichten. Hier ein simples Beispiel aus dem Unterrichtsstoff der Transistorkunde. Transistoren sind „Keimzellen“ der Elektronik, folglich der angewandten Informatik, ob sie nun millionenfach auf einem Siliziumsubstrat oder als einzelnes Bauelement existieren.

 

Alles selber entwickelt

Diese Steckkarte (1973) enthält zwei gedruckte Leitungsebenen plus eine sichtbar „handgestrickte“. Unten rechts sind zwölf Signal-Schieberegistereinheiten zu erkennen. Die Elektronik auf dieser Karte arbeitete als Funktionsteil eines gegen Störsignale so wenig empfindlichen Meßsystems, dass elektrische Widerstände auch im Hochohmbereich bei schnellem Maschinendurchlauf bis hinunter zur Toleranz von ± 0,02% doppelt messbar waren. Störsignale können in einem industriellen Umfeld sein: Netzbrumm, Spikes, Pulspakete, Abreißfunken, mechanische Schalt- sowie Produktein- und -ausfahrvorgänge etc. Das Hardwaresystem arbeitete in vielfacher Stückzahl an Endfertigungsmaschinen problemlos über zehn Jahre.
Um Entwicklungskosten für die Messtechnik zu sparen, war es wichtig, zu erfahren, ob es irgendwo in der Welt Geeignetes zu kaufen gab. Gab es nicht. Wir mussten „alles selber machen“. Hausfremde Leute (Fachmessen, Messestandbesucher, Unternehmensbesucher, Messgerätehersteller) versuchten manchmal, mir das know how abzuluchsen.

 

Philipspatentgeeignet...

Die nächste Generation unserer Meßsysteme war bereits „softwaregetrieben“. Sie musste zwanzigmal präziser messen als bisher, vollkommen störunanfällig, doppelt schnell in rauher Umgebung, eigenkalibrierfähig und vieles Weitere. Nach erfolgter Bestätigung aller Anforderungen – als Prototyp und als erstes Serienmuster – wurde das System zum konzerninternen Patent angemeldet. Siehe die Seite: Was ist Entwickeln?