Aus meiner Philips-Zeit (Beyschlag GmbH)

Benutzen Sie das Mausrad...

 

 

 

 

Ein kleiner Ausschnitt...H.-W. Horstmann, W. Schreiber, E. Andersen

Um beispielsweise die links ausschnittsweise angedeuteten, in jährlicher Fülle weiter zunehmenden Klein- und Großprojekte durchzuführen, bedurfte es im E-Labor der verfügbar besten Mitarbeiter, denen Respekt und Dank gebührt, da unter ihrer technischen Kompetenz und ihren ruhig und sicher arbeitenden Händen (und Fingern: Kabelbaumverflechtung, Bauteilebeinchen, Lötkolbenspitze-Landeplätzchen...) aus papiernen Vorlagen in unterschiedlichsten Komplexitätsgraden ein täglich zunehmend funktionierendes Leben auf Leiterplatten, in Bussysteme und Geräte eingebracht wurde, um daraus die zugehörigen technischen Systeme entstehen zu lassen – wahrlich Schöpfungen menschgemachter Welten – deren Herkünfte, Werdegänge, eingebrachte Schöpferintelligenzen, funktionierende Folgerichtigkeiten – sämtlich lebenswichtiger Anteil unternehmerischen Überlebens – nur selten aus Interesse-, Zuneigungs- und Wertschätzungsnähe verstanden und gewürdigt wurde (und wird... auch in anderen Bereichen). Einen wenig guten Mitarbeiter gut behandeln kann teuer kommen, einen sehr guten schlecht teurer.
Belegschaftsmitglieder, ob horizontal oder vertikal dem Organisationsplan des Unternehmens abgelesen, erweiterten in externen Seminartagen, -wochenenden oder -wochen ihre Kompetenz in Sachen Teamwork, Menschenführung, Rhetorik, Statistk, Technik- und Technologiefortschritt, PC-Kunde, Einführung in Textprogramme, Programmiersprachen, Sprache Englisch, Geschäftspolitik, ob innerhalb des Unternehmens oder extern an bundesweit gelegenen Orten. Psychologisch-philosophische Grundlagen waren nicht selten Ausgangspunkt für die angewandte Methodik in Unterrichtung und Rollenspiel. Teilnahme an Symposien, Messebesuche, Vor-Ort-Kontakte in Kunden- und Lieferantenfabriken, Forschungsinstituten, Forschungslaboren, im Philips-Stammhaus in Eindhoven, in Philips-Units in Roermond oder weltweit förderten den ständig notwendigen Wissenszuwachs Fachlektüre ergänzend weiter.

 

Konzepte, Konzepte...

Auch große Entwicklungsprojekte werden nach dem Top Down-Prinzip in der Vorfeldarbeit übersichtlich „klein“ gestartet, die Ergebnisse müssen plausibel und in sich selbst schlüssig vorliegen, jeder Zweifel ausgeräumt, bevor Wissens- und Kenntnismängel in der praktischen Aufbau-Arbeit ein Projekt (nicht selten immens) verteuern. Die Skizze zeigt beispielhaft die grundlegende Idee einer Mehrfach-Längenmessanlage für Kleinstkeramikstäbchen bei einem Durchlauf von 50 Stück pro Sekunde. Vorgegeben: 100% Meßsicherheit bei < 0,5% Messtoleranz. Die Skizze dient als Verständnisbasis für die Schaffung geeigneter Schaltungsdetails, in denen, neben der Messqualität, zeitliche Abhängigkeiten in Differenzbereichen von Mikrosekunden eine entscheidende Rolle spielen, was nur mit digitaler Hardware realisierbar war. Die unternehmensspezifischen technologischen und technischen Anforderungen nicht nur an Physik, Chemie, Mechanik, Elektronik, sondern auch im Umgang mit der anzuwendenden Technik im Fertigungsbetrieb begründeten den Aufwand der hauseigenen Konstruktions- und Entwicklungsbereiche plus zugehörige Werkstätten und Material-Einkauf. „Die stellen nur Widerstände her...“ – wohl wahr, seit langem einige Milliarden pro Jahr, aber das, was hintergründig dazugehört, auch.

 

Eindeutige Organisation

Nach der Beendigung der 2-Personen-Geschäftsführung, [H. Düll (Technik), G. Merz (Kommerz)], ergab sich die Installation eines Management-Teams mit klarer Struktur der Führungsebenen. Dr. H. Flunkert, Physiker, übernahm als Nachfolger H. Dülls eine eingespielte Mannschaft mit all ihren eingewachsenen Beyschlag-Eigenarten, die seit Jahrzehnten auf das sachbezogene Handeln ausgerichtet waren. Dieses zu ändern war in Überschätzung vermeintlicher Abhängigkeiten von der vorherigen „Regierung“ ein Ziel der neuen Firmenpolitik, gezielt auf den Stab der technischen Entscheidungsträger und verbunden mit demotivierenden, also teuren Folgen. Diese Folgen mussten nun aus eigener Kraft der Betroffenen so gut wie möglich kompensiert werden. Ihnen ging es nach wie vor um den technischen, heißt: unternehmerischen Fortschritt, wissend, dass für die Nachfolge in allen Sparten hervorragende Kollegen hausintern zur Verfügung standen. (Siehe auch Romanausschnitt „Querdenker...“).

 

Helga Gäbler, E. Andersen

 
Als Nachbarkinder gewissermaßen im Sandkasten großgeworden, hatten Helga G. und ich (links) im Unternehmen Beyschlag wieder das eine oder andere miteinander zu tun. Dr. H. Flunkert (rechts), E. AndersenMein „Fuffzigster“ wurde gefeiert, 1987, in St. Michaelisdonn, ein Ort, gelegen im Süden des Kreises Dithmarschen. Diese beiden Fotos und das untere entstanden dort, im „Gardels“.

 

Ursula Paulsen, Walter Welter

 
U. Paulsen, Chefsekretärin für H. Düll, dann bei Dr. Flunkert und später Dr. Felderbauer, und Chefadministrator W. Welter studieren im Erfahrungsvergleich mit vielen bereits gewesenen Feierlichkeiten die stets reich und niveauvoll beschriebene Festmahlkarte. Apropos Niveau – nicht nur bei den Feierlichkeiten war es in hohem Maße zu finden, launige Reden vollständig eingeschlossen. Gute Umgangsformen hatten im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Auch das wurde durch Inhouse- und Outhouse-Kurse und -Seminare nicht gerade selten gefördert.