Aus meiner Litton-Zeit

Benutzen Sie das Mausrad...

 

 

 

 

Starfighter F104G

Ich begann meinen „Job“ bei der Firma C.Plath im Frühjahr 1962. Damit startete meine eigentliche berufliche Zukunft bis hin in das Jahr 1996.
Der Bedarf besonders an elektronisch versierten Fachkräften im Hause war so groß, dass eine Gruppe amerikanischer Techniker eingeflogen werden musste, um die elektronischen, mechanischen und physikalischen Belange der technischen und damit der unternehmenserhaltenden Praxis zu befriedigen.
So verbrachten acht deutsche Elektroniker ein halbes Jahr mit sechs sympathischen, texanisches und kalifornisches Fach- und Umgangs-Englisch sprechenden USA-Technikern in einem der großen Plath'schen Subterrain-Räume an der Gertigstraße, um die langwierigen Prozeduren des Gesamtsystemtests akkurat und im Druck der Ausliefertermine durchzuführen. Die Bundeswehr forderte mehr und mehr LN3-Systeme an und die mussten selbstverständlich zu 100% sicher funktionieren.

 

Starfighter F104G

Im ganzen deutschsprachigen Raum waren ausgebildete und ernst zu nehmende Fachleute kaum zu finden oder anzuwerben bis eben auf uns, diejenigen, die in Nachrichten-, Elektro- oder Elektroniktechnik mit beruflichem Abschlusszertifikat ausgebildet waren und im nördlichen Deutschland bereits herkömmlich arbeiteten. Viele von uns wurden im Haus von zwei graduierten Ingenieuren langzeitlich geschult, einige avancierten zu LN-3-Spezialisten – und mehr als nur das: Die neueste Technik in Theorie und Praxis der angewandten Raum- und Globalphysik, der Mechanik und Elektronik führte zu Kenntnissen weit außerhalb dessen, was in Universitäten und der Industrie noch allgemeiner Standard war. Doch alles konzentrierte sich und „kreiselte“ in diesem Haus um das hochkomplexe Navigationssystem für den Jagdbomber Starfighter F 104.

 

Hello Jack, it was a good time

Besonders mit Jack Mahaney aus Los Angeles verband mich die gemeinsame Suche nach Lösungen im Falle noch häufig auftretender technischer Funktionsstörungen, die wir nach heuristischer Methode stets erfolgreich e rarbeiteten. Neben seiner humorvollen Art, wenn wir in einem guten Restaurant bei gutem Essen und Trinken gesellig zusammensaßen, schlug er im Umgang mit LN3-Fehlern, in einer äußerst konzentrierten Weise folgerichtig denkend, sachlich einwandfreie Maßnahmen zur Problembeseitigung vor. Was mir sehr gefiel, ich war ja dem Unternehmen gegenüber bereits verantwortlich.

 

Dankschreiben erfreuen

Hier ein erfreuliches Schreiben, das bereits nach Freiburg im Breisgau adressiert ist.
 
Es sei mir an dieser Stelle gestattet, zu berichten, dass die Geschäftsleitung mir auferlegt hatte, das beste Restaurant im näheren Umkreis des Unternehmens aufzusuchen und mit dem Wirt die Prozedur abendlicher Treffen mit unseren amerikanischen Freunden festzulegen – eine für mich ganz neue Aufgabe, mir dadurch sehr erleichtert, dass „Geld keine Rolle spielte“...