Zerssen & Co., ehemals Reederei in Rendsburg – Benutzen Sie das Mausrad...

 

 

 

 

Die folgende E-Mail kam am 6.05.2005 von Herrn Kapitän Armin Bauer:
Habe auf Ihrer Webseite die „Hörnum“ gefunden. Ich habe vom 21. Aug. bis 8. Nov. 56 als Matrose unter Kapt. Büchl und 1. Offz. Gardthausen (den ich später noch als Lotse im Kanal öfter an Bord hatte) eine Holzreise von Archangelsk nach Portsmouth gemacht und bin dann aber abgemustert (lt. Seefahrtbuch in Kiel), warum weiß ich heute gar nicht mehr. Ich habe aktiv 54 Jahre, davon fast 40 Jahre als Kapitän gefahren und bin jetzt mit 68 Jahren in Rente gegangen. Nun will ich mein Seemannsleben etwas ordnen.

ES „Hörnum“ – 1
Ich antwortete:
Danke für Ihre E-Mail. Büchl und Gardthausen sind natürlich bekannte Zerssen-Namen. Gardthausen kenne ich von der "Blidum". Viele Seeleute und Schiffe der Vor-Containerzeit werden Ende des Jahres im Dokumentartonfilm "Ein Reeder und seine Fahrensleute" zu sehen sein, den ich herstelle (auf DVD).

ES „Hörnum“ – 2Kapitän Armin Bauer weiter: Ich habe ca. 80 Schiffe während meiner Seefahrtzeit gehabt und möchte (...) von jedem Schiff (...) einen kleinen Abriss meines Lebens auf dem Schiff schildern, um dies meinen Enkelkindern zu hinterlassen. Jedes Schiff war ja ein Lebenskapitel, das festzuhalten sich lohnt. Leider gibt es aus den 50er- und 60er Jahren nicht so viele Aufnahmen von Schiffen wie heute mit den Containerschiffen. Dass ich die „Hörnum“ bei Ihnen gefunden habe, war ein Glücksfall. Durch diesen Kontakt kommt ja auch mehr und mehr die Erinnerung an die Zeit auf der „Hörnum“ zurück. Mit Zerssen hatte ich noch viel Kontakt, weil Proviant und Maklerei im Kielkanal meist von Z. ausgeführt wurde. Gardthausen ist mir in Erinnerung geblieben, weil ich auf seiner Wache war und ich ihn sehr mochte. Er war ein Mann mit viel Humor. Wir haben uns dann noch öfter – ich war Kapitän bei der Reederei H. Beilken – gesehen, wenn er als Lotse an Bord kam. Es war eine schöne Zeit. Auf der Reise nach Archangelsk war die Frau von Kapt. Büchl an Bord und ich glaube mich zu erinnern, dass durch ihre Anwesenheit unser Matrosenleben erfreulicher war. „Gib den Leuten eine Kiste Bier“ hat sie einmal gesagt und wir bekamen sie dann auch. – Ihre Zeichnung der „Hörnum“ (gezeichnet von Wilhelm Petersen, Elmshorn) finde ich auch sehr gut, so wie Ihre ganze homepage. Wenn Ihre DVD fertig ist, würde ich gern eine erwerben.

Zwei Buchbesprechungen. Danach zwei inhaltliche Filmhinweise.

Das betreffende Buch (siehe Seite 16) gibt es ja seit langem, die bezeichnete DVD folgte bald darauf (später eine weitere). Das Buchwerk befindet sich in einigen wichtigen Institutionen, beispielsweise im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven. Die sich nun anschließende erste Besprechung stammt aus der Zeitschrift für schleswig-holsteinische Geschichte, Neumünster 2005, Band 130. Die zweite Besprechung stammt aus der bekannten Fachzeitschrift „Schiff & Hafen“. Herausgeber und Autoren von „Leben an Bord auf allen Meeren“ sind über die beiden Kritiken erfreut und danken für die Besprechungsarbeit.
Abschließend zwei inhaltliche Hinweise auf zwei inzwischen erschienene seefahrthistorische Filme, die mehrfach und auch je zweimal im Filmtheater auf großer Kinoleinwand mit großem Erfolg gezeigt wurden.

Reeder der ersten Sunde: Konsul Thomas Entz – 
    Dokufilm

Dokumentarfilm „Reeder der ersten Stunde“
Wer sich für die deutsche Handelsseefahrt (die Christliche Seefahrt) besonders der Nachkriegsjahre bis hin zum Erscheinen der Container-Schifffahrt interessiert, den wird dieser 65 Minuten-Film ebenfalls interessieren. Sind die Szenen auch aus 8mm-Normal-, Super-8mm- und 16mm-Filmmaterial gewonnen und weisen sie auch entsprechend dem Zustand nach 50 Jahren und darüber hinaus sowie dem Digitalisiervorgang gewisse Bildqualitätsschwächen auf, so ist doch ihre dokumentarische Aussage beachtlich. Das hat sich auch auf großflächiger Leinwand im Filmtheater erwiesen. Das den Film begleitende Ton-, Bild- und Dokumentmaterial stammt vorwiegend aus der damaligen seefahrt- und firmengeschichtlich relevanten Zeit. Ein Unternehmergeist wie jener, der dem Reeder Thomas Entz innewohnte und wonach er entschied und handelte, und auch das seemännisch-berufliche und -soziale Miteinander an Bord aus jenen Jahren – das ist seit Jahrzehnten selten geworden oder ganz verschwunden. So bleibt nur übrig, es dokumentarisch festzuhalten.

Seefahrthistorie-Film

Nachfolgefilmdoku „Spiegelsextant und Funkerbude“:
Dieses Filmvideo vertieft in 80 Minuten die seefahrthistorische Zeit der Weltkrieg II- Nachkriegsseefahrt. Es hat sich ebenfalls als kinotauglich erwiesen. Volle Säle haben den Erfolg beider Darbietungen je zweimal bestätigt, ganz wie vor zahlenmäßig kleinerem Publikum auch.