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Inhalt:
Wohl jeder Mensch meint mit Freiheit die eigene Freiheit. Wer bedenkt die Freiheit des Anderen? Einfache Leute sollen zu Gunsten mächtiger Leute unfrei sein. Mächtige Leute wollen zu Ungunsten einfacher Leute in Götterfreiheit sein. Götter meinen stets die
 
eigene Freiheit, keinesfalls die Freiheit des anderen. Die Freiheit selber spricht deswegen zu den Menschen. Da scheint sich eine Wende anzubahnen, doch die egoistischen Denkperspektiven bleiben letztlich das Göttlichste.

Meckern gehört zum Handwerk...
und weil auch das Schreiben als Funktion des Denkens Handwerk ist, sollte das Meckern schreibender Leute nicht anders bewertet werden als das, was jedem Menschen zusteht, wenn er sich ärgerlich ausdrückt, um irgendeine Verbesserung anzumahnen. Bleibt nur die Frage nach der Anständigkeit. In der „Hannover Allgemeinen“ vom 27. 07. 2002 lesen wir menschliche Unanständigkeit:
Philosoph L. Wittgenstein erniedrigt Philosoph Karl Popper (1902-1994), Heidegger verlacht Popper, Adorno und Habermas bekämpfen seine wichtigen Erkenntnisse beispielsweise des gar nicht unwichtigen universalen Weltbilds oder der gar nicht unwichtigen Notwendigkeit der Falsifizierung theoretischer Aussagen solange, bis sich herausstellt, dass sie stimmen oder (noch) nicht. Plausible Gegenargumente provozieren ja oft die eitle Verteidigung vermeintlicher subjektiver Wahrheitsgewissheit. Popper wehrte sich, indem er argumentativ stecken bleibende Denker als Schwätzer bezeichnete. Sein Urteil über alte und zeitgenössische philosophische Schlussfolgerungen und Behauptungen fiel auch nicht gerade bescheiden aus. Er warnte davor, aus induktiv gewonnenen Experimentalergebnissen eine allgemeingültige Theorie zu formulieren. Seine Lehren, zum Beispiel die Drei-Welten-Theorie oder die Notwendigkeit der Offenen statt der Geschlossenen Gesellschaft, brachte er konsequent seiner Studentenschaft bei und verlangte unerbittlich Tauglichkeit zum philosophischen Denken und des inhaltlichen Erfassens. Für sein Lebenswerk schlug Queen Elisabeth II ihn 1965 zum Ritter (Sir Karl Popper). Philosophen, überzeugt von ihren eigenen Denkergebnissen, begeisterte Popper nur wenig. Anklang fand er in der praktischen Welt der Politik, der Wirtschaft und auch in der Naturwissenschaft. Gegen theoretischen Dogmatismus und totalitäre Machtausübung hat er intensiv gekämpft („auf der Suche nach einer besseren Welt“). Durch billiges Beleidigen einer Person aber entlarvt sich ein beleidigender Mensch nach außen hin selbst. Beleidigen darf denn ja auch bemeckert werden. Doch immerhin und darüber hinaus sagte Karl Raimund Popper im hohen Alten in einem Interview, dass „alle wir Menschen Vorurteile haben“. Alle wir eben. Er wusste selbstverständlich auch das.
Über der Untiefe

    Dr. Hans Ahlborn und Frau Margarete warten über der Untiefe gelassen auf die Flut (1960er Jahre)

Es war persönliches Glück...
dass ich als junger Matrose der Christlichen Handelsseefahrt mit einem Zweiten Nautischen Offizier die 12-4-Wache teilte. Weite Seetörns erlaubten in ruhigen Nächten Gespräche zwischen uns beiden, wobei sich herausstellte, dass die Denkweite seines Weltbilds den geografischen Horizont um uns herum weit überstieg. Er hatte meine Vorstellungskraft gestärkt, als er den fehlerhaft abgesteckten Kurs eines Schiffes bis hin zum Auflaufen auf einer Sandbank mit einem fehlerhaft eingeschlagenen Gedankenweg bis hin zur Erkenntnis eines entstandenen Irrtums verglich. Die Folgen aus falscher Handlungsweise und falscher Vorstellung haben ein Gemeinsames: Der irrende Mensch braucht von unabhängiger Seite bessere Argumente. Mein späteres Berufsleben im Umgang mit raumstabil arbeitendem Kreiselkompaßsystem zur Flugzeugnavigation führte zu philosophischen Arbeitsrunden mit intellektuell gebildeten Kollegen. Freie Diskussionen förderten Phantasie und die Entdeckung eigener Vorurteile durch Versuch und Irrtum im Rahmen kritischer Argumente – ganz nach Poppers Postulat. Dass feststehende Gesetzmäßigkeiten in Physik und Logik vielfach ins Allgemeine übertragbar sind, etwa das Ohm'sche Gesetz, wurde interdisziplinär diskutiert mit der Folge, dass die Komplexität des Navigationssystems von außen her besser durchschaubar war und Funktionsausfälle viel gezielter und viel schneller erkannt wurden.