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Wir waren fünf Geschwister, die Erste unsere Schwester. Wir hatten arbeitsame, fordernde, uns tolerant fördernde Eltern, viel Freiheit, viel Musik und Bücher im Haus, viel Musikkunstverständnis, ein uns wichtiger Großvater, kein Klatsch, keine Zoten, viele Sommerbadegäste in den Zimmern, rundum Nachbarkinder, vielfach uns geistig bereichernde Kriegs- und Nachkriegsfamilien nahebei im Barackenlager für Flüchtlinge aus den damaligen deutschen Ostgebieten. Drei Brüder Bau- und Möbeltischlerlehre im väterlichen Unternehmen, ich nicht, Schwester wurde Schneiderin, mich rief die See, die Elektroniktechnik, die Familiengründung, die weitere Aus- und Weiterbildung, die kulturelle Mitwirkung, die Kritik an losen Behauptungen, am Höhlendenken, das Interesse am Neuen, die Friedfertigkeit im Menschen, Abscheu gegen Hass, dafür, als ein Wohlfühlelement im guten Miteinander, die weite Welt anstelle eines Fleckchens Erde. War's das jetzt? Und die Abneigung gegen Theoriedogmatik, Selbstsucht und Machtmissbrauch. Jetzt war's. Und Freude an wohlgesinnten Jüngeren, voran die Nachkommenschaft im weitesten Sinne, Freude an konstruktiv kritischer Jugend. Fertig? Überhaupt am Ideal des solo pace, basta! Puh---!
Was sind wir ohne Wegbegleiter, nicht viel, wenig, eigentlich gar nichts. Eltern, die Anstand, die Tugend vorleben, Lehrerschaft, der Basiswissen zu verdanken ist, Schulzeitfreundschaft, die sich bis zu Ende hält, Berufskollegen, die objektiven Standpunkt vermitteln, Fortzubildende, die sich ihren Wissensstand erweitern und vertiefen lassen, Ehepartner, die sich ihre Liebe schenken, Gemeinschaft an Interessen, in der sich eigene Neigungen erfüllen: Lebensglück! Weltkrieg II-Ende, seitdem Friedenszeit im Lande, erste echte Demokratie, einer denk- und entfaltungsfreien Erfahrungs- und Aufbaugeneration zu verdanken.
Kurt Tucholsky: „War das alles?“ Keineswegs, Kurt, und übrigens: Jedem, der mich eine Lebenswegstrecke begleitet hat oder noch begleitet, danke ich für Begegnung, Vertrauen, Wissensaustausch, Förderung. Dank an jene, deren Geist in Kunst- und Buchwerken, in klugen Aufsatztexten, in Bild und Ton, in Handwerk, Technik und Wissenschaft weiterlebt. Ohne diese denk- und empfindungsgeistigen Wegbegleiter wäre ich – ja, was... nicht gleich nichts Vernünftiges geworden; mit anderen Worten: Ich weiß es nicht, es ist ja auch dieses nur bloßer Gedanke.

 

Philosophische Orientierung:
Wirklichkeit ist im Beobachtungsvorgang die Voraussetzung für jeden aus Theorie, Erfahrung, Messung hergeleiteten Denkversuch, das Wirkliche als Abbild, Modell oder Deutung subjektiv zu beschreiben. Jedem elementaren Wirklichkeitsdetail eines Ganzen wohnt ein zugehöriges Prinzip inne, wodurch vom Dasein, Wiesein, Sosein und von der Wirkung dieses Details auf andere Details über ein geeignetes Medium Information ausgeht, die subjektiv interpretiert werden kann. Beobachterbefindlichkeit, -vorteilsabsicht und -denkbeschränkung erzeugen Ungenauigkeit, ein Messtechnikeinfluss auf das Objektverhalten verfälscht im Mikroweltbereich zusätzlich. Bezüglich zwischenmenschlicher Beziehung gilt als Erstes die Würdigung der Individualität des Anderen. Erstes Ideal im ständigen Regelungsprozess einer Beziehung sind Erkennen und schnelle Kompensation der von außen oder innen einwirkenden Beziehungsstörgrößen.
Nordseewelle

„Die Verschiedenheit zwischen der Wirkung, welche das Selbstdenken, und der, welche das Lesen auf den Geist hat, ist unglaublich groß“, schreibt Arthur Schopenhauer, „die anschauliche Umgebung nämlich dringt dem Geiste nicht einen bestimmten Gedanken auf, wie das Lesen“. Selber denken, klar und folgerichtig. Think big but different. – Bye-bye!