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Vorwort
„Die interkulturelle Philosophie“, schreibt der Indologe und Philosoph Ram Adhar Mall, „betreibt nicht die Destruktion der Wahrheit, sondern die des exklusiven Anspruchs auf sie“. Und zusammenhängend: „( ... ) außerphilosophische Fakten ... haben immer einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Philosophien gehabt. ( ... ) Das Philosophische an diesen Reaktionen bleibt die radikale Art der philosophischen Fragestellungen und Lösungsansätze, die, ( ... ) unabhängig, einen eigenständigen, systematisch-argumentativen Weg einschlagen. Diesen neuen Weg nennen wir Philosophie“.
Den Gedanken einmal auf die Heidegger’sche Urprinzipfrage fokussiert, warum überhaupt Seiendes ist und nicht vielmehr Nichts, so muss daraus in der Konsequenz radikal postuliert werden, dass in einem randlos unbegrenzten universalen „Sein“ die Gesamtheit aller immateriellen und materiellen „Etwas“ enthalten ist. Überhaupt-Nichts ist nur nicht, denn was ist, ist nicht nichts.
Parmenides entschied, dass nur das Seiende ist, „On“, und dass Seiendes und Nichtseiendes sich logisch ausschließen. Wie aber schließt Nichtseiendes „sich“ aus, da „es“ nur nicht ist? Diesem Widerspruch folgt widerspruchsfrei die Erkenntnis, dass ein randlos-universales Sein als denkbares Urprinzip-Element unwandelbar nur-gegenwärtig „sein“ muss, immer und überall elementar vorhanden. Allem Vorhandenen sind dabei Raum (hier: überall) und Zeit (hier: immer) zwingende Voraussetzung – wie denn anders.
Nicht die Beschäftigung mit „dem“ Nichts ist neu, darüber gibt es zahlreiche Abhandlungen, vielfach bedacht, was ein Etwas daraus macht. Die allein gültige Aussage, dass Heideggers Nichts „nur nicht ist – fertig“, beendet den vergeblichen geistigen Umgang mit niemals Vorhandenem, aber kann das Interesse an ein Denken fördern, das beispielsweise eine objektive Wirklichkeit vor die subjektive Wahrheit eines Denkers stellt, der beispielsweise nach Voraussetzung und Abhängigkeit sucht, der beispielsweise eine physikalische Erkenntnis zur philosophischen Aussage verwendet oder die Physik an dieser Stelle rational kritisiert. Diese Stelle kann die unsinnige Behauptung des „Urknalls“ bedeuten, nicht aber die Tatsache der Relativitätstheorie oder der Quantenmechanik usw. „Außerphilosophische Fakten haben immer einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Philosophien gehabt“ – Fakten sind auch die in der Gesamtwelt enthaltenen geistigen Voraussetzungen, derer man sich bedienen kann, um zu schlüssigen Denkergebnissen zu kommen.

Preface
"Intercultural philosophy", writes the Indologist and philosopher Ram Adhar Mall, "does not pursue the destruction of truth, but of the exclusive claim to it". And coherently: "( ... ) extra-philosophical facts ... have always had a direct or indirect influence on philosophies. ( ... ) What remains philosophical about these reactions is the radical nature of philosophical questions and approaches to solutions, which, ( ... ) independently, take an independent, systematic-argumentative path. We call this new way philosophy".
Focusing the thought once on the Heideggerian original principle question, why there is being at all and not rather nothing, it has to be postulated radically in the consequence from it that the totality of all immaterial and material "somethings" is contained in an edgelessly unlimited universal "being". Nothing at all is only not, for what is, that is not nothing.
Parmenides decided that only the being is, "On", and that being and not-being logically exclude each other. But how does not-being exclude "itself", since "it" is only not? This contradiction is followed without contradiction by the realization that a borderless-universal being as a conceivable original principle element must "be" unchangeably only-present, always and everywhere elementarily present. Space (here: everywhere) and time (here: always) are compelling preconditions for everything existing – how else.
Not the occupation with "the" nothing is new, about it there are numerous treatises, many times considered, what makes a something out of it. The alone valid statement that Heidegger's nothing "only is not – finished" ends the futile mental dealing with never existing, but can promote the interest in a thinking which, for example, puts an objective reality before the subjective truth of a thinker, who, for example, searches for presupposition and dependence, who, for example, uses a physical cognition for a philosophical statement or criticizes physics rationally at this point. This point may mean the nonsensical assertion of the "big bang", but not the fact of relativity or quantum mechanics, etc. "Extra-philosophical facts have always had a direct or indirect influence on philosophies" – facts are also the mental presuppositions contained in the total world, which can be used to come to conclusive results of thinking.