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Den folgenden Seiten interessierten Menschen vorweg:

Thomas von Aquin (1225-1274) gab uns seine Definition der Wahrheit:
„...insofern der urteilende Geist von dem, was ist, sagt, dass es ist, und von dem, was nicht ist, dass es nicht ist“ –
„Übereinstimmung des (urteilenden) Geistes und der Sache“. Und auch: „Gott ist das Sein selbst“.

Dieses Streben nach Erkenntnis mutet weder materialistisch noch idealistisch geprägt an. Es untersucht, ähnlich Parmenides (um 515-um 445), eine „vernünftige“ Grundlage dafür, dass real etwas „ist“ oder eben „nicht“ ist – weit entfernt vom Komplex der Beschäftigung mit menschlicher Existenz im weitesten Sinne bis hin zur Vermessenheit des anthropozentrischen Weltbildes, das die Abhängigkeit der Menschheit von der „menschungemachten Welt“ ignoriert. Hinzu kamen vielfach populärphilosophische Individualansichten mit Abneigung gegenüber klaren Aussagen beispielsweise eines Ludwig Wittgenstein (1889-1951), wie: „Der Zweck der Philosophie ist die logische Klärung der Gedanken“. Auf deren strenge Folgerichtigkeit zu achten ist, wohl wahr, nicht jedes Menschen Sache.

Von links nach rechts:
Philosophische Aussagen
Eine Stellungnahme
Meine Stellungnahme

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Soll Philosophie Anschauung der Welt sein? Wem sollte verwehrt sein dürfen, dass er, wie Philosophen auch, subjektiv Neues entdecken, auf Altem aufbauen oder Altes kritisieren will?
Philosophie, sagt Platon (um 427-um 347), muss, wenn sie gelten soll, „ohne Voraussetzung“ sein, damit menschliche Wissenschaft samt ihren Theorien und Begründungen kritisch hinterfragbar ist.

Philosophie soll sich lieber um Lebenssinn und menschliches Verhalten kümmern, was haben wir von großer Anschauung der Welt? Jeder Mensch entdeckt nach eigener Erfahrung. – Friedfertigkeit! Wenn Philosophie uns das doch nur beibringen könnte!
Ohne Voraussetzung heißt ja wohl, dass Philosophie nicht Wissenschaft sein muss, oder? Aber doch plausibel in ihren Aussagen und ohne innere Widersprüche!

„Sein“ und „Nichts“ sind ja nur Begriffe. „Sein“ muss zwingend, weil „Nichts“ nichts enthält, alles enthalten, das, was sein wird, das, was ist, und das, was war, also Möglich-Seiendes (ins Da-Sein Kommendes) und Da-Seiendes und Da-Gewesenes. Was niemals sein wird oder ist oder war kann niemals bedacht werden. „Absolut-Nichts“ ist ein sinnloser Begriff. „Sein“ hingegen ist nur-gegenwärtig „Allem“ randlos, also gegenteilslos vorausgesetzt.

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„Zeit ist eher ein Nichts als ein Seiendes. Nur solange Dasein ist, gibt es Sein, so dass es, da es gibt, nun das Sein selbst ist. Das Sein bringt den Menschen in das Sein. Es ist nichts anderes als das Sichgeben ins Offene“, sagt Martin Heidegger (1889-1976) und fragt: Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?
Nicht Philosophie ist lehrbar, sagt Immanuel Kant (1724-1804), nur Philosophieren.

Zeit als Nichts würde doch bedeuten: Zeit gibt es nicht, obwohl wir sie an uns selber merken. Warum Nichts sein könnte – das widerspricht doch irgendwie der menschlichen Vernunft. Überhaupt: Bringt so etwas die Menschheit weiter? Wer versteht es? Seine Frage – könnte man sich dann fragen: Wenn Dasein ist, weil Sein ist, dass sonst überhaupt nichts wäre? Das Sein bringt den Menschen in das Sein – alles bezieht sich auf uns Menschen und was haben wir davon?

Jede Beschäftigung mit „dem“ Nichts ist unsinnig (dem zeigt bereits auf ein den Begriff füllendes Etwas). Das eine Sein bedarf in seiner Nur-Gegenwart der Zeit, und auch des Raumes, denn Gegenwart ist zweifellos zeitlich und zugleich räumlich definiert. Was für sich da ist, braucht immer für sich ein Wann und Wo, um „sein“ zu können, was denn sonst? Und wie sollte es ein zweites Sein geben, da das eine notwendig „Alles“ enthält. Und auch: Da-Sein bezieht sich allein auf das jeweils zugehörige „Etwas“, nicht auf irgend ein anderes (z. B. beobachtender Mensch).

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Heidegger: „Die Welt besteht aus sinnhaften Bezügen der Dinge aufeinander und ist nur für den Menschen, der sie versteht“.
Karl Raimund Popper (1902-1994) studierte Mathematik, Physik, hatte Albert Einstein gehört – ein starker Vorteil für einen Philosophen: „Bezieht sich Wissenschaft auf Wirklichkeit, müssen die Aussagen falsifizierbar sein, sind sie nicht falsifizierbar, beziehen sie sich nicht auf Wirklichkeit“.

Dass die Welt nur für bestimmte Menschen da sein soll, ist wohl mehr als nur übertrieben, da fühle ich mich ja gleich missachtet. Ohne „Verstehende“ keine Welt? Lächerlich! Oder meint er jemanden wie Ludwig Feuerbach (1804-1872), von dem ich erst kürzlich gelesen habe: „Gott ist ein Gedanke, ich denke ihn statt meiner, und denke ich ihn böse, so ist er mir böse, also außer dem Menschen kein Gott“.

Anthropozentrische Weltbilder sind vermessen, sie ignorieren jede Voraussetzung für die menschliche Existenz. Aber doch ist es so, obwohl diese von Heidegger gemeinte „Welt“ zweifelsfrei in Zeiträumlichkeit da sein muss, dass sie für intelligente Lebewesen, die das nicht interessiert, „nicht vorhanden“ ist. Feuerbachs Gedanken-„Gott“ kann durchaus mit Gedanken-„Sein“ gleichgesetzt werden. Hier trifft sich Philosophie mit Theologie.

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Beides, Theologie, Philosophie, hat ja mit glaubendem Denken und mit untersuchendem Denken zu tun wie Physik mit naturwissenschaftlichem Denken auch: Das, was man denkend noch entwirft oder denkend schon weiß, um daraus ein abstraktes Theorie- oder ein berührbares Ding-„Gebäude“ zu errichten. Es ist doch so, dass von einem Ding, beispielsweise mit Licht- oder Schallgeschwindigkeit, Information über das Ding-Prinzip, über sein So- und nicht Anderssein, über sein Was-, Warum- und Wie-Sein, sein Wann- und Wo-Sein usw. ausgeht, die, wenn sie ein vom Ding entferntes intelligentes Individuum erreicht, diesem ermöglicht, mit dem Ding etwas anzufangen – auch, wenn es schon viele Lichtjahre zuvor in seiner fremdgalaktischen, nur ihm zugehörigen Gegenwart war. Wir sehen: Gewesenes „gehört“ in das Sein, die Beobachtung im späteren Beobachter-Jetzt beweist es. Materie über ihre jeweilige Information zu verstehen heißt, sie durch Erkennen des jeweiligen Prinzips zu verstehen, das der Materie innewohnt. Materie kann nicht Geist schaffen, Geist ist Voraussetzung für Materie. Prinzipien, nur durch Denken erfassbar, definieren die Eigenschaften der Dinge, deren codierte Informationen über geeignete Medien durch Geist anwendendes, decodierendes Denken erfasst werden können. Wie auch sonst, da Erfassende nicht das beobachtete Ding sind. Im Bewusstsein, dass die menschungemachte Welt vom menschlichen Denken unabhängig ist, bleibt der „Sinn des Seins“ für sich zwar bestehen, doch bleibt die „Sinnerfüllung“ aus, jedenfalls vom Menschen her, sobald und solange eine Beschäftigung mit dem Sein nicht statt findet.