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Folgerichtig denken?

„Das absolute Nichts“ denken, „etwas“ ohne jedes Etwas, aber „Gegenteil“ vom gesamtweltwirklichen „Alles“, somit ein „Zustand vollkommener Nichtexistenz“, ist das folgerichtig denken? Seit Xenophanes (ca. 565-470) gibt es bekanntermaßen die Vorstellung des einen Seins, das Parmenides (ca. 515-445) zu seiner Ontologie machte, zur Lehre des Seins, wonach es nur Seiendes gibt, nicht Nichtseiendes. Die Verbindung von Prädikat und Subjekt stellt das Hilfsverb ist dar: „Nichts ist“ ist in sich selbst vollkommen widersprüchlich. Noch nichts von etwas oder nichts mehr von etwas ist dagegen differenziert zu bedenken.
Meine Welt ist die Welt...

Zu Niemalsexistentem lässt sich ein Denkbezug niemals herstellen

Was niemals existiert gibt es konsequenterweise nur nicht. Für Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) ist der Nichtsbegriff das Gegenteil vom Seinsbegriff und existiert in unserem Denken. Es ist das leere Anschauen selbst, dasselbe leere Denken wie das reine Sein, also dasselbe wie das reine Sein. Für Martin Heidegger (1889–1976) offenbart sich das Sein erst durch das Nichts und wir begegnen diesem in der Angst.
Man mag hier die immanenten Widersprüche durchdenken und deutlich erkennen. Sicher ist, dass es den Begriff gibt, auf deutsch NICHTS, sechs Buchstaben. Welcher Begriffsinhalt könnte gemeint sein! Jede Beschäftigung damit führt durch notwendige Beifügungen zu einem Etwas (Artikel das, Hilfsverb ist, Gegenteil von Allem, Anschauung, dasselbe wie, begegnen, gibt es), wodurch zwingend nicht Überhaupt-Nichts entsteht, sondern irgendein irreales Gedanken-Etwas. Nichts = etwas widerspricht jeder Aussagenlogik und jeder Vernunft. Was es gibt, was also ist, betrifft stets ein Etwas, das es gibt und das also ist. Nichts denken bedeutet „irgendetwas irgendwohin“ denken, nicht nichts denken. Hin zum folgerichtigen Denken kann Kopfschmerzen als Folge langen falschen Denkens entgegenwirken: Nichts ist nur nicht – und fertig. Vor allem: Und fertig. Niemals Vorhandenes analysieren heißt widersinnig analysieren (wie sähe ein niemals gezeugtes Kind aus).

Folgerichtiges Denken aber sonst nicht überernst nehmen

Nehmen wir folgerichtiges Denken aber nicht überernst. Ist Weltwirklichkeitserkenntnis nicht gemeint, wohl aber beispielsweise Allgemeindiskussion, Unterhaltung, kreatives Denken, Phantasie, so lassen wir keine Lampe ruhig auch leuchten. Schreibt Ernesto Cardenals, dass Billionen Galaxien und Billionen Sterne die Sterne sind, von denen wir stammen, und fragt er, weshalb es die Welt gibt und nicht einfach das Nichts, und sagt er, dass etwas so unglaublich Großes einen Zweck haben muss, so mögen wir uns mit Freude künstlerischen Phantasien und Vorstellungen hingeben. Ein letztes Mal aber dieses gefragt: Was könnte aussagenlogisch einzuwenden sein, wenn die einzig gültige Feststellung Nichts ist nur nicht gedacht und erfasst und erläutert wird? Nichts. Und was, wenn aus dieser in sich schlüssigen Erkenntnis zwingend folgt, dass das gegenteils-, sprich randlose eine „Alles“ alle materiellen und immateriellen Etwas in sich birgt, die es gab, gibt und geben wird? Auch nichts. Dieses eine „Alles“ enthält eben alles, sich selbst somit eingeschlossen. Jenes Xenophanes-Seinselement betraf zwar alles Seiende, nicht aber alles Gewesene und alles Werdende dazu. Parmenides erkannte dennoch und beschrieb sein „On“ folgerichtig. Wir wissen Gewesenes und Werdendes erwarten wir, weit entfernte Himmelskörper lassen uns wissen, was vor Jahrtausenden mit ihnen geschah, Vergangenes ist nicht einfach verschwunden und noch Mögliches wird in seine Gegenwart kommen.
Die Denkbeschäftigung mit dem Prinzip des Seins gibt dem Prinzip Sinnerfüllung – und die Möglichkeit, unbegrenzte Unendlichkeit (Nur-Dasein) ganz ohne Kopfzerbrechen sinnvoll zu erfassen.