Philosophie = Aufforderung zur Selbstdenkschulung
von E.R.A. geäußert
und in aller Unbescheidenheit fortschreitend hier niedergelegt.
Korrekturen vorbehalten.
Philosophie bedeutet als erstes jede auf Sachkunde und Wissen beruhende Tüchtigkeit,
dann jede tiefere Einsicht in den Zusammenhang der Dinge und die Aufgaben des Lebens.
Wörterbuch der philosophischen Begriffe, wb Darmstadt.
Natürliche Gesetze, Ordnungen, Zusammenhänge und die Methoden, diese im ethischen Gebot richtig zu erkennen, sie zu verinnerlichen und danach zu handeln – das kann eine moralische, nicht-aggressive Grundhaltung in der Persönlichkeit eines intelligenten, selbstbewussten Individuums etablieren.
Im seit vielen Jahren bestehenden Dekultivierungsfortschritt werden implizite Fehlschluß-Kettenreaktionen kaum noch entdeckt – Fehlschlüsse, deren Aussagen voraussetzen, wonach man erst noch hätte fragen müssen. Frage als Antwort zu verkennen bedeutet Verwechslung von Denkbedingungen und hat nicht selten nachteilige Entscheidungsfehler zur Folge.
F. Nietzsche: „Wir können kein Faktum ,an sich’ feststellen, vielleicht ist es ein Unsinn, so etwas zu wollen (...) nein, gerade Tatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen“. Wobei genau eine Aussage wie diese den Unsinn bietet, denn die Interpretation einer Tatsache braucht diese Tatsache. Nietzsche hat sich hier für Vorfragen wenig interessiert. Wohl die meisten Weltdenker interessieren sich wenig für Vorfragen, deren folgerichtige Antworten zu weiteren Folgerichtigkeiten und die bestehenden Pseudoantworten ad absurdum geführt hätten. Hauptsache ungenau?
Interpretation ohne Bezug ist nicht durchführbar. Einen Bezug, der jeder Interpretation vorausgesetzt ist, gibt es nicht „zur Nichttatsache, zum Nichtetwas, das es nur nicht gibt“, und so ist hier auch Interpretation nur nicht möglich. Bezüge gibt es allein zu einem Nochnichtetwas, das es noch nicht gibt, oder zu einem Nichtmehretwas, das es nicht mehr gibt, oder zu einem Etwas, das es gegenwärtig gibt. Der interpretierende Beobachter bezieht sich auf eine Realität, wie sie für ihn in möglichst hoher Wahrscheinlichkeit war, ist oder werden könnte – und das aus seiner eigenen Perspektive. Die zeitlichen Zustände der Realität können sich von denen des Beobachters sehr unterscheiden.
Wird fortgesetzt ...